#Mitten in Herzogenrath:Das Engagement in Herzogenrath-Mitte geht weiter


Nach zwei Jahren läuft die zweite Förderphase des Projekts „Mitten in Herzogenrath“ Ende Juni 2026 aus. Im Rahmen eines Abschlussworkshops blickten die Projektmitarbeiter Dr. Wolfgang Joußen und Sonja Essers nun zurück und berichteten den Anwesenden in der Evangelischen Markuskirche davon, was in den sechs verschiedenen Handlungsbereichen bislang erreicht werden konnte.
Mehrgenerationen-Treffpunkt als Haus mit Programm: Gemeinsam mit der Evangelischen Lydia-Gemeinde Herzogenrath wird die Markuskirche an der Geilenkirchener Straße zu einem Mehrgenerationen-Treffpunkt entwickelt. Dazu sind noch baulich-technische Änderungen in der Markuskirche erforderlich. Ferner wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 ein erstes Programm entwickelt, mit dem durch Veranstaltungen und kontinuierliche eigene Angebote und von Organisationen und Einrichtungen Leben in den Mehrgenerationen-Treffpunkt Markuskirche gebracht wird.
Quartiers-Gestaltung „Mehr Grün und Wasser in Mitte“: Um die Aufenthaltsqualität in Mitte weiter zu verbessern, wird mehr Grün und Wasser an Plätzen und Straßen eingebracht. Eine erste Aktion für mehr Grün hat gerade begonnen: Entlang der Wurm wurden am Ferdinand-Schmetz-Platz in Kooperation mit der Stadt Herzogenrath Pflanzkübel aufgestellt, die Mitte Juni vom Projekt bepflanzt werden. Mit „mehr Wasser in Mitte“ sollen kleine Brunnen-Inseln an Straßen, öffentlichen Plätzen und auf Privatgrundstücken zur Verbesserung des Mikro-Klimas in Mitte eingebracht werden. Ein weiteres Thema ist die Beseitigung von „Angst-Räumen“ (Ufer-Straße/Kleikstraße – Viadukt -, Kleikstraße/Bahnhofstraße – Rückseite Parkhaus Kaufland; Bahnhofplatz – Rückseite/Ladezone Kaufland; Zuwegung Abenteuerspielplatz Broichbachtal/Bergerstraße). Dazu soll mehr Licht und soziale Kontrolle in diese Bereiche eingebracht werden. Da dies technisch aufwendig und kostspielig ist, prüft die Stadt Herzogenrath, ob und wenn ja welche (städtebaulichen) Förderprogramme dafür evtl. genutzt werden könnten. Das Projekt bemüht sich um private Fördermittel von Unternehmen und Stiftungen.

Moderne urbane Infrastruktur: Verbesserung der Mikro-Mobilität: Zur Verbesserung der Möglichkeiten von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen hat „Mitten in Herzogenrath“ das Velo-Projekt mit Bewohnerinnen und Bewohnern auf den Weg gebracht. Dazu werden in der zweiten Jahreshälfte 2026 drei neue Service-Angebote in Mitte eingerichtet: Mithilfe eines Lasten-Fahrrads bekommen Bewohnerinnen und Bewohner mit Mobilitätseinschränkungen die Möglichkeit, Einkäufe beim örtlichen Einzelhandel nach Hause bringen zu lassen. Donnerstags soll der Service am Markt angeboten werden. Mit einer Rikscha werden Ausflüge für ältere Menschen, die zuhause oder in einer Senioreneinrichtung leben, durchgeführt. Wenn das Projekt sich etabliert hat, sollen dann auch individuelle Fahrtmöglichkeiten mit der Rikscha im Nahbereich angeboten werden.
Serviceangebote im Quartier: Zurzeit erstellt das Projekt eine Übersicht über die in Mitte vorhandenen Angebote im pflegerischen und medizinisch-therapeutischen Bereich mit Daten zum Angebot, zur Erreichbarkeit etc., die dann auch im Internet verfügbar sein wird.
Das Projekt hat sich ferner aktiv in das im letzten Jahr mit Pflegediensten und Senioreneinrichtungen ins Leben gerufene „Pflegenetzwerk“ eingebracht und beteiligt sich aktiv an dessen weiterer Arbeit.
BürgerInnen Informations- und Kommunikationsplattform: Mit dem im Projekt erarbeiteten internetgestützten Tool „Wir in Mitte“ erhalten Bürgerinnen und Bürger, Organisationen und Einrichtungen die Möglichkeit, Veranstaltungen anzukündigen und darüber zu berichten. Aber auch die Einrichtung von Diskussionsgruppen über interessante Themen für Mitte ist möglich. Ferner werden wir die Übersicht über die pflegerischen und medizinisch-therapeutischen Angebote in Mitte auf dieser Plattform veröffentlichen. Die Plattform wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 zur Verfügung stehen. Ferner soll eine elektronische Informations-Stele vom Projekt in Mitte aufgestellt werden. Inzwischen hat die Stadt Herzogenrath diesen Ansatz aufgegriffen und wird eine solche Stele in Kooperation mit einem Kommunalverlag in Mitte aufstellen. Ob dann das im Projekt erarbeitete Tool in dieser Stelle präsentiert werden kann, muss noch abgestimmt werden.
Bürgerschaftliches Engagement von Bewohnerinnen und Bewohner für ihr Quartier Mitte: Um die begonnene Arbeit für Mitte dauerhaft zu sichern, wurde im Mit-Mach-Projekt 2025 ein „Quartiers-Rat“ eingerichtet und Bewohnerinnen und Bewohner, die sich aktiv in die Arbeit des Projekts eingebracht haben, eingeladen dort mitzuarbeiten. Derzeit arbeiten neun Bewohnerinnen und Bewohner und Mitglieder von Organisationen und Einrichtungen aktiv im Quartiers-Rat mit. Aufgabe des Quartiers-Rates ist die Entwicklung von Ideen durch Bewohnerinnen und Bewohner, was auf dem Weg zum Mehrgenerationen-Quartier in Mitte noch zu tun ist. Die Ergebnisse der Arbeit im Quartiers-Rat werden dann in die notwendige Abstimmung mit der Stadt und anderen Einrichtungen zur Umsetzung von weiteren Aktivitäten eingebracht. Damit der mit dem Projekt begonnene Weg zum Mehrgenerationen-Quartier auch dauerhaft fortgesetzt werden kann, haben wir ferner den Verein „Wir für Mitte“ Ende 2025 gegründet, der inzwischen auch als gemeinnütziger Verein vorläufig anerkannt wurde. Diese Vereinsgründung war wichtig, damit wir für die weiteren Schritte Sponsoren und Fördermittel akquirieren können und mit dem Verein eine Plattform zur Verfügung steht, durch die sich Bewohnerinnen und Bewohner langfristig mit auf dem Weg zum Mehrgenerationen-Quartier Mitte engagieren können.
Auf die Wichtigkeit des Projekts wiesen auch Dr. Christine Herrmann vom Nell-Breuning-Haus und Dr. Bernd Fasel von der Evangelischen Lydia-Gemeinde hin. Ein Dankeschön für die geleistete Arbeit gab es auch von Seiten der Stadt Herzogenrath, den die zuständige Beigeordnete Renate Wallraff an diesem Abend aussprach.
Ein besonders wichtiger Impuls kam an diesem Abend von Peter Toporowski. Er ist Seniorenbeauftragter der Stadt Eschweiler und leitet mit der Villa Faensen das Haus der Begegnung mitten in der Eschweiler Innenstadt. Toporowski berichtete nicht nur von seiner Arbeit, sondern auch vom Weg das ehemalige städtische Seniorenzentrum in einen Ort der Begegnung für alle Menschen umzuwandeln. Sein Fazit: „Dafür braucht man einen langen Atem, aber es lohnt sich!“